Start

Die Packtaschen sind voll. Ein Glück. Der kleine blaue Wasserkocher, die Töpfe, die Pfanne, das Geschirr, das Feuerzeug, das Zelt, der Schlafsack, die Luftmatratze, der Laptop, das Portemonaie, das Handy, die Kamera, das erste Buch, das Zweite, die Zahnbürste, der Wasserbeutel, Klamotten und die Badelatschen.

Heute ist der Start der Fahrrradtour. Die Angst etwas vergessen zu haben, weicht der Vorfreude auf die Reise. Von Deutschland nach Spanien. Eine Reise durch Europa. 5 Länder. Eine Union.

Neben dem täglichen Strampeln, dem Zeltauf und abbau, der Nahrungs- und Schlafplatzsuche werde ich Erfahrungen festhalten. Jene von Bürgerinnen und Bürgern einer sogenannten Europäischen Union, die noch immer nicht selbstverständlich ist. Und solche die ich selber sammele und artikuliere.

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge wurde letztes Jahr 60 Jahre alt. Bis auf Spanien gehörten alle meine Reiseländer zu den Unterzeichnern dieses historischen Dokuments. Folglich hat kaum ein*e Arbeiter*in innerhalb dieser Länder jemals in einem ausschließlich nationalen Wirtschaftsraum gearbeitet.

Was bedeutet das für die Arbeit? Welche Erfahrungen haben die Menschen in der Europäischen Union in ihrem alltäglichen Leben gemacht? Welche Entwicklung hat ihr Beruf unter dem Einfluss dieser einmaligen, gemeinschaftlichen Wirtschaftsunion genommen und wie wird es mit ihr weitergehen?

Diesen und weiteren Fragen werde ich mich widmen und die Ergebnisse hier festhalten.

Unterstützt werde ich auf dieser Reise von der Schwarzkopfstiftung mit dem Resisestipendien-Programm „Junges Europa“ und von dem BDA (Bund Deutscher Arbeitgeber).